Hauptmenü
Didgeridoo
... didjeridu ... didjeridu ... didjeridu ... So oder so ähnlich muss sich der Klang des australischen Didgeridoos für die ersten westlichen (englischen) Ohren angehört haben und deshalb bekam es seinen heutigen Namen. Im australischen Arnhemland nennen die Aborginals es "Yedaki" und sagen, dass es vom Anbeginn der Zeit ihre Zeremonien begleitet, was ca. 40.000 Jahren entsprechen würde. Felsenmalereien mit Yedakis wurden auf 3000 Jahre datiert. Bambus und verschiedene Eukalyptusarten werden als Klangkörper verwendet. Bambus konnte mit einfachen Mitteln bearbeitet werden, wohingegen Termiten frische Eukalyptusäste am Baum aushöhlen. Sie fressen nur das Kernholz und meiden das Splintholz. Jedes Didgeridoo hat aufgrund seiner Länge und Volumens einen bestimmten Grundton und aufgrund seiner einmaligen Beschaffenheit einen einzigartigen Sound. Ursprünglich diente das Instrument zeremoniellen Zwecken, zur Begleitung von Gesang in Verbindung mit Klanghölzern. Geschichten aus der Traumzeit wurden auf dem Didge erzählt. Die Aboriginals nahmen ihre Yedakis nicht auf ihre Wanderungen mit, sondern legten sie zurück in die Natur, in dem Wissen, dass woanders wieder alles vorhanden sein wird.
Das Didgeridoo wird mit flatternden Lippen und der sogenannten Zirkularatmung gespielt, wobei beim Einatmen durch die Nase Luft aus den Backen gedrückt wird und so der endlose Klang (engl. "drone") entsteht. Variationen der Atmung, des Mundraumes, der Zunge und der vielfältige Einsatz der Stimme bestimmen den Sound, der von meditativ bis zu extrem rhythmisch variiert werden kann.
Zum Bild: Das bin ich mit meinem selbstgebauten "Alphorn-Didgeridoo". Es ist, trotz seines Aussehens, ein richtiges Didge und wurde aus einer ungiftigen Modellbaugipsmischung und Mullbinden hergestellt. Ein Styroporrohling wurde mit Mullbinden umwickelt und mit dem Gipsgemisch eingespachtelt. Der Vorgang wurde 4 bis 5 Mal wiederholt. Nach der Trocknung wurde der Styroporkern entfernt und fertig war dieses einmalige Instrument mit seinem durchdringenden und dennoch weichen Klang.
Beinahe täglich bereichert der "Ursound" mein Leben. Beim ecstatic.dance.ritual ist es ein fester Bestandteil geworden. Es kann den Teppich legen, die Basis von der aus alles andere sich entfaltet. Es regt auf einmalige Art zu Bewegung an, versetzt die Zuhörer in eine meditative Präsenz und bringt dabei häufig geradezu archaische Bewegungsmuster an die Oberfläche. Bei verschiedensten Veranstaltungen, wie Vernissagen, die Lange Nacht in Buckow, auf Festen und Feiern, hat der erdige Sound schon viele Menschen beeindruckt. Das Didgeridoo ist einzigartig in seiner Einfachheit und entwickelt dabei einen sensationell vielfältigen Klangraum. Manchmal kann man kaum glauben, dass es sich nur um ein Instrument handelt. Besonders interessant finde ich das Zusammenspiel mit anderen, teils klassischen Instrumenten, wie der Violine oder einer Flöte. Das Didgeridoo entfaltet dabei den Klangteppich auf dem sich die Melodie empor schwingt und schließlich zu einer neuen Klangerfahrung verschmilzt.